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Distelfliege magisches Gesocks

Anmeldungsdatum: 31.03.2003 Beiträge: 2365 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Mo Apr 09, 2007 9:00 am Titel: Amication oder erziehungsfreie Erziehung @jana |
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Huhu Jana,
Ich surfe grad via dein Blog auf www.amication.de rum. Und ich kam ins Grübeln. Das klingt alles so gut, weichspül und supi.
Aber meine Alarmglöckchen klingeln.. zum einen, weil das Wort "Erziehung" so einseitig negativ beschrieben und definiert wird, wie es von den allerwenigsten Menschen, die erziehen, verstanden und praktiziert wird.
Wenn ich gegen etwas bin, dann sollte ich dagegen argumentieren, anstatt die Position meiner Gegner - ziemlich an der Wirklichkeit vorbei - einseitig aufzubauschen, weil sie sich dann für mich leichter demontieren lässt. So gehen die aber vor.
Zum zweiten verstehe ich nicht, wieso da so Wert gelegt wird, daß sowohl Kinder als auch Erwachsene gleichwertige Partner sind, selbstverantworliche, vollwertige Menschen, und daß die Erwachsenen dem Kind aus reinem Eigeninteresse "was will ich denn von Kindern" sich nähern sollen, da alles andere unauthentisch wäre.
Dabei vergessen die Leute von Amication eine Sache: Kinder haben gar nicht die Macht, um selbstverantwortlich und gleichwertig als Partner zu agieren. Ihnen fehlen die Ressourcen, die wirtschaftliche und emotionale Selbstständigkeit, um zu sagen: Du, nun passt es mir nicht mehr hier, ich zieh jetzt aus, tschüs.
Daß Kinder auch respektiert werden müssen und wertvolle Menschen sind, ist ja auch meine Ansicht, aber wie kann man derart fahrlässig ausblenden, daß Kinder von dem Umfeld, daß sie versorgt, abhängig sind? Soll ihnen trotz fehlender Machtposition, die Selbstverantwortung für sich aufgebürdet werden, wenn sie ohnehin nicht "auf sich aufpassen können"? Auch wenn sies wollen, sie können es nicht - ich meine damit, als Kind biste nun mal auf Gedeih und Verderb mitgehangen und mitgefangen, oder dir bleibt der Weg ins Heim. Du bist also zum einen de facto gezwungen, bei jedem Mist mitzumachen, den deine Eltern bauen, und zum zweiten, bist du dafür selber verantwortlich, denn laut Amication.de bist du von Geburt an fähig, für dich selbst gradezustehen.
Dieses Ausblenden der unterschiedlichen Machtposition und das Herbeireden einer "gleich-zu-gleich" Partnerschaft weckt in mir GANZ gruslige Assoziationen. Z.b. zu Pädophilenvereinen, die behaupten, die Kinder könnten selber schon entscheiden, daß sie gerne mit Erwachsenen Sex haben möchten. Die haben genau die selbe, unrealistische Tendenz dazu, die nicht eigenständigen Entscheidungen von Kindern zu völlig freien Entscheidungen hochzustilisieren, weils ihnen ja so viel nützt.
Das durch die Umstände hergezwungene "Mitmachen" des Kindes als des Kindes eigenmächtige Entscheidung hinzustellen, das ist die selbe Ausblenderei von Machtunterschieden, wie ich sie jetzt auf der Amication-Seite gelesen habe.
Allein die Frage "Was ist gut fürs Kind" soll von denen aus nicht mehr gestellt werden, weil es ja ne pädagogische Frage ist.
Wie sich aber die Logik erschliesst, daß laut "amication" Ansatz z.b. Mutter und Kind ihre gegensätzlichen Meinungen ausdiskutieren, und wenn man sich nicht einigen kann, muß das Kind das machen, was die Mutter denkt, das ist mir völlig schleierhaft und widerspricht all den vollmundigen Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit-Leitsätzen.
Hmja. Was bedeutet Selbstverantwortung?
http://www.amication.de/was_bedeutet_selbstverantwortung.htm
Die Antwort von der Webseite: "Sagen wir nicht. Blabla. Wir sind ganz liep, du. Jeder muss das selber wissen. Jedenfalls sieht man ganz deutlich, daß wir uns auf keinen Fall festnageln lassen. Wenn der Räuber Hotzenplotz der Grossmutter ein blaues Auge schlägt, wer ist dann für den Bluterguss verantwortlich? Saaaagen wir nicht, haha! Nieeeemand! Kommt uns nur nicht mit konkreten Beispielen, sonst werden wir ganz ganz albern".
Naja, wie dem auch sei.
Sind gute Sätze drin, aber die sind auch an vielen anderen Orten zu lesen, weil sie recht universal sind. Wertschätzung, Selbstliebe und so. Sind auch genug andere Dinge drin, die ich persönlich nicht mitkaufen würde..
Oder auch die Sache mit der Empathie. Als Kind war ich sehr, sehr ich-ich-ich. Wie es MIR grade ging, war halt im Vordergrund, da konnte ich nicht auch noch im Kopf haben, daß andere auch so ihre Befindlichkeiten haben. Wenn sich z.b. Mama und Papa streiten, dann wollte ich, daß sie damit aufhören, weil ICH dann richtig mies draufkam. Und ob die einen guten Grund zum streiten hatten oder nicht, das war mir sowas von egal. Ich wollte daß sie aufhören, fertig. Hätte von mir verlangt werden sollen, daß - als gleichwertige Partnerin meiner Eltern - ich mich mal hintanstelle, und mich in meine Eltern einfühle, und denke "die werden schon einen guten Grund haben"? Find ich doch ein wenig zuviel verlangt.
Und weils bei Kindern halt so is, muss irgendwer eben ans Gesamtgefüge denken, und nicht nur Ich-ich-ich, und das sind dann halt zwangsläufig die Erwachsenen, die Eltern. Das mag schön klingen, daß die Amications-Freunde jetzt sagen "lasst euer inneres Kind raus und kräht nur noch ich-ich-ich und fühlt euch ein, wenn ihr bock habt, muss aber nicht". Aber so funzt Zusammenleben dann wahrscheinlich nicht.
Wahrscheinlich funzt Amication nur, weil die Leute sich einreden, sie würden das praktizieren, während sie dann de facto doch nach ihrem gesunden Menschenverstand handeln und so halt über die Runden kommen.
Als ich noch n Kind war, wurde ich unterstützt und gefördert. Und nicht auf irgendwas hingedrillt oder in ein Muster reingepresst. (Jedenfalls nicht so von meinen Eltern, die Restgesellschaft hat ja auch noch die Finger im Spiel *gg*)
Das find ich auch grundsätzlich super. Und ich denke, das ist es auch, was die meisten heutzutage wollen, wenn sie von "Erziehung" sprechen.
Wenn jemand sein Kind als vollwertig-gleichen Partner bezeichnet, glaub ich demjenigen erst, daß er es ernst meint, wenn das Kind Zugang zu seinem Girokonto hat. *gggg*
Ansonsten können die Leute x-mal behaupten, sie würden erziehungsfrei mit Kindern umgehen, sie werden erziehen, weil sie gar nicht anders können. Sie reden sich das nur schön oder leugnen daß sie erziehen. Ich sag nur "postmoderne Beliebigkeit". Und letztendlich ist, habe ich grade auf amication.de gelesen, jede Kritik daran sowieso egal, denn es ist, steht dort "meins" und "das wird eben gemacht, und du reagierst".
Jo gut, sollen se. Ist ja ihrs. Und das wird eh gemacht.
Hier kann jeeeeder machen was er will!
(Im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, versteht sich)
(von Degenhardt)
Tja, wieso schreibe ich dir das eigentlich? Vielleicht, weil ich halt den Link von deinem Blog habe. So wie ich dich kenne, sind dir auch andere Sachen an Amication wichtiger, eben die Sache mit dem liebevollen-achtsamen und der Selbstliebe. Aber man "kauft dort halt so einiges mit"..
Grüssliz
Distel
PS: Natürlich kann jede/r gern dazu senfen, deswegen stehts ja auch im Forum, und net per Mail. _________________ ...ein bischen Werbung:
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zauberweib hicksende Hyäne

Anmeldungsdatum: 22.05.2003 Beiträge: 649 Wohnort: franken
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Verfasst am: Mo Apr 09, 2007 10:46 am Titel: |
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jo, bissl senf hab ich da. und zwar gehts mir schon mal um die "erziehungsfreie erziehung", die im titel genannt ist.
i.a. wird erziehung so verstanden, dass die erwachsenen den kindern sagen, wie sie gefälligst zu sein haben, und wenn die kinder das nicht gebacken kriegen, gibts strafen. stark vereinfacht und überzogen dargestellt.
dass natürlich einige leute meinen, dass diese art der erziehung vielleicht doch nicht so das gelbe vom ei is, is auch klar. in den 1970ern wurde daraus die antiautoritäte erziehung, das genaue gegenteil also - unterm strich auch nicht wirklich gut.
insofern kann ich das "gleichwertige partner"-prinzip schon nachvollziehen. aber halt net auf allen ebenen. erziehung sollte mE heissen, dem kind hilfestellung zu geben bei der entwicklung und beim erwachsen werden. so wie stützräder am fahrrad. das kind kann damit selber hinfahren, wo es will, _weil_ es die sicherheit hat, die ihm selber, alleine, noch fehlt. aber natürlich würd ich mein kind nicht mit stützräder alleine losziehen lassen, wenn ich z.b. in der münchner sonnenstrasse wohnen tät. also es muss halt angemessen sein.
ja, also was ich eigentlich sagen wollt, dass "erziehung" nicht "so und nicht anders" zu sein hat, sondern dass es halt jede menge möglichkeiten gibt, die von fall zu fall geeignet sind. und selbst in einem antiautoritären haushalt wird es - hoffentlich - erwachsene geben, die ein kind davon abhalten, auf eine heisse herdplatte zu tatschen.
so, und jetzt geh ich erst auf die seite guggen, was nu dort steht, weil neugierig gworden bin ihc ja nu auch...
grüsslies
zaubi _________________ zauberweib.de |
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Distelfliege magisches Gesocks

Anmeldungsdatum: 31.03.2003 Beiträge: 2365 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Mo Apr 09, 2007 11:32 am Titel: |
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| Zitat: | i.a. wird erziehung so verstanden, dass die erwachsenen den kindern sagen, wie sie gefälligst zu sein haben, und wenn die kinder das nicht gebacken kriegen, gibts strafen. stark vereinfacht und überzogen dargestellt.
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Im Ernst?
Ich glaube, solche Konzepte sind doch stark veraltet.
Es ist doch schon seit längerem so, daß Erziehung verstanden wird als Unterstützung und Starthilfe beim selbstständiger-Mensch-werden.
Selbstredend bekommt/bekam die Generation, die noch nach "alter Fasson" erzogen wurde, das oft trotz Bemühens und Wälzens von neueren Theorien nicht wirklich auf die Reihe, und erzählen den Kindern nach wie vor, wie sie zu sein haben: "Du hast jetzt gefälligst das und das gut zu finden! Das ist fortschrittlich! Und überhaupt!"
Bei Amication schütten meiner Meinung nach, krass ausgedrückt, Erziehungsgeschädigte das Kind mit dem Bad aus und flüchten sich in Nichtverbindlichkeit und Beliebigkeit der Begriffe, Beliebigkeit der Werte, alles verschwimmt zu einem positiv-schwubbrigen Brei in dem es nur noch Subjektivität gibt.
Übrigens genau das, was laut kulturwissenschaftlichen Studien über Jugendgangs später die Kinder animiert, extra straff-autoritäre Strukturen mit ganz klaren Territorialkriegen und brachialen Gesetzen, Klein-Mafias, zu gründen.
Diesen Zustand von wegbrechen von verbindlichen Strukturen, von Strukturen wo kind weiß: Da kann ich mich drauf verlassen, und das Ersetztwerden dieser Strukturen durch ein "jeder muss selbst wissen".. daß man Verbindlichkeit negativ erlebt hat und daher lieber die Unverbindlichkeit wählt.. diesen Zustand nannte son Wissenschaftler "Anomie" - als Nicht-Regelhaftigkeit..
Und im Gegensatz zur Anarchie (ohne Herrschaft) gibts bei der Anomie einfach gar keine Regeln, keine Einigung auf etwas gemeinsames, sondern bloss noch Beliebigkeit und am Ende - gilt dann das, was der sagt, der am lautesten brüllt.
Ich bin der Meinung, daß Kinder Verbindlichkeit brauchen. Ihnen gegenüber. konkretes Beispiel:
Alle Kinder kennen das wahrscheinlich, sie sind alleine zuhause, die Eltern sind einkaufen oder was erledigen. Erst wollte das Kind nicht mit, weil es lieber weiter spielt zuhause, und dann, plötzlich, kriegt das Kind wahnsinnige Einsamkeitsgefühle, und denkt sich, was wäre, wenn die Eltern NIE mehr wieder kommen würden.
Der Verstand weiß in dem Moment, daß sie natürlich wieder kommen, aber wenn sie dann wiederkommen, ist die Freude riesengross.
Deswegen denke ich, Kinder können nicht mit Eltern leben, die meinen, sie müssten ganz "amicativ" die "Kommunikation zum Kind von Ich aus aufbauen" und dabei "ganz bei sich selbst bleiben". Will heissen, die den Freibrief haben, mit den Kindern nur dann zu kommunizieren, wann sie Bock haben. Und wie sie Bock haben. Ich als Kind hätte das nicht gekonnt.
Das können Tanten, Onkel, Oma, Opa, FreundInnen der Familie - mit dem Kind aus reinem Spaß an der Freude was unternehmen. Klar stellt sich dabei eine Lockerheit ein, und das Kind denkt "Mama und Papa sind aber doof weil bei Tante sowieso ist es immer lustig, und die sind manchmal streng zu mir und ich darf nicht alles machen, was ich will".
Aber Tante sowieso hat nicht am Ende die Verantwortung. Sondern Mama und Papa haben die. Und bei "Amication" hat die Verantwortung - naja, niemand. Jeder hat für die Amicativen selbst die Verantwortung, was das aber ist, wie Selbstverantwortung definiert ist, das möchte dort keiner sagen.
Verantwortung ist für mich aber auch, daß ich bestimme was läuft und dafür grade stehe, wenn was schief läuft. Dazu brauche ich auch die Macht, um zu bestimmen. Wie soll ich sonst mich selbst lenken? Und Kinder haben diese Macht nicht.
Gibt man einem Kind symbolisch Verantwortung, obwohl es die Macht nicht hat, gibt man ihm letztendlich die Last der Schuld an dem, was schiefgeht, ohne daß das Kind sich hätte anders verhalten *können*.
Naja, ist eigentlich eine Wiederholung von oben, aber jetzt hab ich es, denk ich, deutlicher hinbekommen.
Grüssli
Distel _________________ ...ein bischen Werbung:
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Lucia Feuerteufel

Anmeldungsdatum: 10.04.2003 Beiträge: 1273
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Verfasst am: Mo Apr 09, 2007 11:42 am Titel: |
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besuch im zoo mit dem dreijährigen nachwuchs.
am tigerkäfig.
"will katzi streicheln"
"du solltest das nicht machen, weil es gefährlich ist"
"wääääääh will katzi streicheln" *reinfinger*
"nun, das mußt du selber entscheiden, ob du diese katze streicheln willst"
"liepää katzis" *ärmchen reinstreck*
*reißendes geräusch*
BRÜLL KNURR SCHMATZ
*schrille kinderschreie*
"ja, ich hatte dir doch gesagt, das dies deine verantwortung ist. nein, nein - rufen sie keinen arzt. das kind muß das selber entscheiden"
*zum kind gewandt brüllend um die schmerzschreie zu übertönen*
"möchtest du einen arzt?"
IIIIIIIIIIIIIIIIIAAAAAAAAAAAAAAAAAAAUUUUUUUUUUUUHH
*röchel*
*sterb*
tot
kind völlig eigenverantwortlich abgekratzt.
geschichte ist absolut noch ausbaufähig
p.s.
im übrigen ist der beginn der story authentisch "will katzi streicheln"
*zur mini-lucia in die vergangenheit schiels* _________________ "Versuche niemals, einem Schwein das Singen beizubringen. Du verschwendest nur deine Zeit und das Schwein ist verärgert." |
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Phoenix wispernde Weide

Anmeldungsdatum: 19.03.2007 Beiträge: 81 Wohnort: Innsbruck, Österreich
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Verfasst am: Mo Apr 09, 2007 1:43 pm Titel: |
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puuuhh... Muß mir fast mal diese Seite anschaun... Allerdings ist mir jetzt schon fast schlecht nach all den Beschreibungen (explizit wie implizit)...
Ich hab da so einen Onkel, der wohnt zwar nicht mehr bei (mittlerweile Ex-)Freundin und dem gemeinsamen Kind... und ich find das ja an sich schon zweifelhaft genug, hab ihm bei seinem Charakter eh selber nie wirklich die Verantwortung für ein Kind zugetraut, aber das ist eine längere Geschichte...
Anyway: Diese zwei, ich weiß nicht, Späthippies?, stehen voll auf eine eigene Abart der antiautoritären Erziehung, und was ich bisher von diesen Amication-Leuten gelesen hab, erinnert mich schon stark dran...
Kind hat keine fixen Schlafenszeiten, weil "das muß sie selber lernen und entscheiden" und pennt dann in der Volksschule weg...
Kind hat andererseits Muster übernommen, was alles "böse" ist (McDonalds, Beine übereinanderschlagen, Cola trinken, Zucker allgemein...) und fängt einerseits an, diese Tabus bei anderen (Erwachsenen) einzufordern und sie andererseits aus Interesse / Langeweile/ ... selber zu brechen - erklärt mir also z.B. daß ich keinen Kaffee trinken soll, weil der total schlecht für mich ist und leert dann, wenn ich einmal kurz wegschau und mit wem anderen red, hinter meinem Rücken die halbe Tasse...
Kind gibt mir auch schon mal irgendwelche Jausenverpackungen in die Hand und geht dann einfach... Oma, die danebensteht, fragt: "Warum hastdu ihr jetzt den Müll in die Hand gedrückt?" (wobei sie zum Mülleimer in Reichweite schielt). Antwort: "Ich wollt ihn ja dir geben, aber du hast grad nicht aufgepasst."
Bin ja froh, daß ich "nur die Cousine" bin...
Manchmal ärgern mich die angeblich sooo verantwortungsbewußten "Erwachsenen" schon sehr...
P.S. Genau: Und siebenjährige Mädchen dürfen, wenn sie es sich ausdrücklich wünschen, allein und unbeaufsichtigt mit dem Zug in andere Bundesländer fahren und dort Verwandte besuchen... mit denen die soooo verantwortungsbewußten Eltern nicht einmal einen funktionierenden Plan zur Beaufsichtigung, Beschäftigung und Betreuung des Kindes ausmachen können... Weil es hat ja eh jede/r immer Zeit und muß ja auch nie arbeiten.... *argl*
Sorry, daß ich hier etwas Frust abgeladen hab, aber bei dem Thema kommt so einiges hoch... Mir tun echt die Kinder leid! _________________ Blood Sugar / Sex Magick!  |
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zauberweib hicksende Hyäne

Anmeldungsdatum: 22.05.2003 Beiträge: 649 Wohnort: franken
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Verfasst am: Mo Apr 09, 2007 10:18 pm Titel: |
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huhu,
phoeni, ja genau... das is halt das andere extrem.
| Zitat: | | Selbstredend bekommt/bekam die Generation, die noch nach "alter Fasson" erzogen wurde, das oft trotz Bemühens und Wälzens von neueren Theorien nicht wirklich auf die Reihe, und erzählen den Kindern nach wie vor, wie sie zu sein haben: "Du hast jetzt gefälligst das und das gut zu finden! Das ist fortschrittlich! Und überhaupt!" |
distel, genau das meinte ich. eben das unterschwellige - und natürlich die großeltern, die frau beim bäcker... hm, also fürs kind is das doch dann irgendwie noch viel verwirrender, wenn die eltern so sagen, und der rest der welt das genaue gegenteil? fällt mir grad so ein...
und dann gibts da noch die verzweifelten, die total bemüht sind, alles besser zu machen, nur "ja nix falsch!" und dann erst recht alles in die hose geht.
ich find halt, erziehung sollte hilfestellung sein. mit ner handvoll klarer einfacher regeln, die gut zu erklären und nachvollziehbar sind. und das kinder halt nicht als "unfertige menschen" zu sehen, sondern als menschen, die noch am anfang stehen und begleitung brauchen auf ihrem weg...
so in etwa.
grüsslies
zaubi
ps @lucia: *lol* _________________ zauberweib.de |
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Palo Account inaktiv
Anmeldungsdatum: 10.06.2006 Beiträge: 156 Wohnort: Westerwald
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Verfasst am: Di Apr 10, 2007 12:47 pm Titel: |
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Naja bin ganz ohne Ratgeber bei meinen Kiddis ausgekommen. Zumindestens bis sie in die Pubertät kamen.
Es gab bei uns feste Regeln und auch schreck lass nach Pflichten für beide (Tochter u. Sohn) allerdings gleich.
Und es gab eine Art Rituale, sei es Gute Nacht Geschichte vorlesen, 1 Stunde Kinderstunde schauen, Nachmittagspaziergang usw. Dem Alter entsprechend eben.
Auch war es mir immer wichtig, dass beide zu mir kommen konnten, egal welches Problem es gab und offen darüber zu reden.
Wenn ich als Elternteil mich dazu hinreißen lasse mit dem Kind eine Diskussion zu führen, warum das jetzt so und nicht anders ist, dann bring ich es in die Position des gleichgestellten erwachsenen Partners und das kann es ja wohl kaum sein.
Ein nein ist manchmal eben ein nein und nicht ein, hach lass uns das doch jetzt mal ausdiskutieren.
Auch mal nen Klaps auf den Po hat es gegeben, wenn es im Supermarkt hieß, *schrei brüll will das jetzt aba*!!!
Oder aber hab mich konsequent rumgedreht und noch viel Spaß beim Rumbrüllen gewünscht. Das funktioniert nach 3 - 4 mal Geplärre wunderbar. Bin doch nicht das Äffchen meiner Kinder. Ob das jetzt pädagogisch wertvoll ist, ist mir ziemlich wurscht, bei meinen Beiden hat das funktioniert und würde auch wieder so handeln.
Der 4 jährige Sohn meiner Freundin meinte mal zu mir, als seine Mutter aus dem Zimmer war und er die neue Wohnzimmerlampe in der Hand hielt und es als dolles Spielzeug erachtete und ich ihm versuchte klarzumachen, das er sich am Glas verletzen könnte, wenn er so weitermacht und das Teil kaputtgeht, "Du hast mir gar nix zu sagen". Ja dann bin ich doch froh, dass das nicht meine Brut ist und auch deshalb nicht alle rittlang was Neues an Hausrat oder Möbeln mir zulegen brauch, weil die lieben Kleinen sich ja immer vollumfänglich entfalten sollen.
Ein Blödsinn ist das.
Vor 2 Wochen war ich einkaufen, da wartete eine Mutti auf ihren Sohn, das liebreizende Geschöpf. Der kam dann auch aus dem Geschäft und meinte zu seiner Mutti, "Komm du Hure". Ja und die Mutti ging ohne ein Wort zu sagen oder in irgendeiner Form zu reagieren mit dem Sprößling von dannen. Hach ja, das muss wahre Mutterliebe sein.
Gruß
Heike |
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Phoenix wispernde Weide

Anmeldungsdatum: 19.03.2007 Beiträge: 81 Wohnort: Innsbruck, Österreich
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Verfasst am: Di Apr 10, 2007 11:19 pm Titel: |
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Mir wird ganz schlecht...
Warum können so viele Menschen irgendwie nicht denken??!!
Na ja - sollte ich irgendwann doch mal Kinder haben (kann ja niemand wissen), hoff ich zumindest, daß ich mehr Hirn hab bzw. es auch benütze...
Nur halt schade, daß die guten Eltern anscheinend echt in der Minderheit sind...
Trotzdem: So lange ich noch Kinder sehe, an deren Verhalten und (glücklichem) Lachen ich erkenne, daß es ihnen mit ihren Eltern nicht schlecht gehen kann - so lange können die übrigen meine Hoffnung nicht kaputtmachen! _________________ Blood Sugar / Sex Magick!  |
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Amanleian lispelnde Lilie
Anmeldungsdatum: 06.12.2006 Beiträge: 34
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Verfasst am: Di Apr 10, 2007 11:52 pm Titel: |
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Grade habe ich die Reportage "Teenager außer Rand und Band- letzter Ausweg wilder Westen" gesehen. Da ging es um Teenager, die kaum Grenzen kennengelernt haben und ihre Familien dermaßen tyrannisiert haben, dass nichts mehr ging. Die Familien haben dann die Kinder in ein Therapieprojekt gegeben, damit sie wieder auf eine normale Spur kamen. Das Konzept bestand zum größten Teil-man höre und staune- aus Regeln, die strengstens zu befolgen waren, sonst gabs Konsequenzen zu spüren. Nach 10 Wochen in dem Projekt waren alle diese Jugendlichen wieder fähig normal mit ihrenMitmenschen umzugehen und die Eltern hatten die Auflage bekommen, auch klare Regeln einzuführen UND zu beachten.
Nun, da geb ich doch meinen Kindern lieber gleich die Regeln mit auf den Weg und spar mir das andere... Klar sollen Kinder mitbestimmen, aber immer nur in dem Rahmen, wie sie es auch können. Ein Baby kann zum Beispiel durchaus bestimmen, ob es Hunger hat oder nicht, oder ob es den Schnuller will oder nicht. Eine 2jährige kann durchaus bestimmen, ob sie die rote oder blaue Hose anziehen will, usw. aber alles das, was sie nicht entscheiden können, müssen die Eltern bestimmen. Das ist die Verantwortung der Eltern und die leichtfertig an ein Kind abzugeben, das damit überfordert ist, geht einfach nicht.
So, das war mein Senf dazu...
Liebe Grüße
Anja |
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zulu stiller Stein
Anmeldungsdatum: 10.04.2007 Beiträge: 5
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Verfasst am: Mi Apr 11, 2007 12:32 am Titel: |
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Liebe Jana,
Ist vielleicht nicht passend zu diesem Thread, trotzdem möcht ichs loswerden:
hast Du schon mal was von den Kloetersbriefen ( Kindererziehung durch Selbsterziehung ) gehört?
http://www.kloetersbriefe.de
Falls Du das Forum von den Rabeneltern kennst, natürlich ja, wenn nicht, dort werden die Briefe immer wieder besprochen. (Unter Elternsein)
Dort sind die Briefe auch wortgetreu beschrieben. (Musst ein bisschen blättern.)
Ich habe mir die ersten 12 Briefe bestellt und kann sie echt weiterempfehlen, sie waren eine Bereicherung für mein Leben. Vieles habe ich sowieso schon so gemacht, trotzdem haben sie meinen Horizont erweitert.
Lieber Gruss
zulu / seetangclanschwester (hoffentlich) |
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jana lispelnde Lilie
Anmeldungsdatum: 10.04.2003 Beiträge: 45 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Mi Apr 11, 2007 9:28 am Titel: |
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Hi,
das klingt ineressant! Danke
Mmh ja beim Rabenelternforum guck ich sehr sporadisch, komm da mit der riesen themenbreite nicht so klar, ist mir zu viel zu unübersichtlich aber sonst gut.
Werd mal gucken.
vielen Dank
jana
P.S. Ich hab nur die Einleitung von den Texten gelesen gehabt, durch ne rosa Brille, weil ich eben auf der Suche bin... muss da gar nicht gegen argumentieren jetzt.
P.P.S. denn ich bruache halt schon ein wenig theoretische unterstürztung und neue Gedankengänge für mich und eben auch ein bisschen Ratgeberliteratur. Bei mir liegt bei den Themen so viel im argen, dass es jetzt gut ist, sich damit zu beschäftigen, "bauchgefühl" wäre bei mir meine Erziehung gewesen und die ist kein guter Richtwert... |
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merin zirpende Zikade

Anmeldungsdatum: 05.11.2006 Beiträge: 144 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Mi Apr 11, 2007 4:19 pm Titel: |
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Tja aus gegebenem Anlass beschäftige ich mich nun ja auch mit derartigen Themen. Und will da auch nicht meine Erziehung als Maßstab nehmen. Wo find ich denn das Rabenelternforum? das ist doch hoffentlich nicht so rosa, wie die meisten anderen Elternforen, oder? (Für tips zu alternatvier Erziehung wär ich echt dankbar...)
Zu Amication:
Ich hab mal reingeklickt und bin gleich beim ersten Satz gestolpert:
| Zitat: | | Erwachsene haben ihre Identität, Kinder haben ihre Identität. |
Stimmt ja gar nicht. Die moderne Psychologie geht nicht mehr davon aus, dass irgend jemand, geschwiege denn alle Menschen unabhängig von Kultur, eine gleichbleibende Identität haben. Es wird da ja eher von einem Fluss ausgegangen, sich wechselnden in spezifischen Begegnungen hergestellten Identitäten. Insofern ist die Benennung einer "real existierenden Identiät" total unsinnig, weil Identität ein Konstrukt ist, nichts was also "existiert", einfach da ist (womöglich noch angeboren!)oder so.
Ich finde auch, dass da echt viel geschwafelt, aber wenig gesagt wird. Und zwischen den Zeilen kommt ne Menge komisches rüber! *grusel* Als seien Menschen nur dann authentisch, wenn sie nichts wollen... _________________ Kräuter - alternatives Leben - Naturkosmetik:
http://www.kraeuterkommune.de |
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Du kannst hier nicht schreiben, ey. Du kannst hier keine Antworten schreiben. Du kannst deine Beiträge nicht editieren. Du kannst deine Beiträge nicht löschen. Du kannst an Umfragen nicht mitmachen.
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